{"id":75,"date":"2022-03-19T14:39:16","date_gmt":"2022-03-19T13:39:16","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.nordland.online\/?p=75"},"modified":"2022-03-20T13:41:07","modified_gmt":"2022-03-20T12:41:07","slug":"von-uebernatuerlicher-liebe-ueberrascht-und-die-folgen-fuer-eine-einer-moderne-frau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.nordland.online\/?p=75","title":{"rendered":"Von \u00fcbernat\u00fcrlicher Liebe \u00fcberrascht und die Folgen f\u00fcr eine moderne Frau"},"content":{"rendered":"\n<p>Es war nicht die Geschichte einer \u00fcbernat\u00fcrlichen Begegnung mit dem G\u00f6ttlichen, das unsere Redaktion bewog, ein Interview mit Charlotte R\u00f6rth zu f\u00fchren, sondern die Tatsache, dass ganz D\u00e4nemark von ihr spricht. Charlotte ist Journalistin und war Agnostikerin. Sie entsprach so v\u00f6llig dem Klischee einer modernen skandinavischen Frau, dass man nicht umhinkommt, ihrem denkw\u00fcrdigen Erlebnis Ende 2008 Beachtung zu schenken.<br><br>Was ist f\u00fcr Sie die typische Lebenswelt einer D\u00e4nin in Bezug auf die inneren Qualit\u00e4ten wie Gl\u00fcck, Liebe und inneren Frieden? Wie war Ihr Leben vor Ihrem besonderen Erlebnis mit Jesus?<\/p>\n\n\n\n<p><br>       Die typische d\u00e4nische Denkweise ist sehr rational ausgerichtet. In den verschiedenen Ranglisten erscheinen wir immer wieder an der Spitze der L\u00e4nder mit den gl\u00fccklichsten B\u00fcrgern. Der Hauptgrund daf\u00fcr ist, dass wir Vertrauen in unsere Gesellschaft haben. Wir vertrauen unseren Politikern, der B\u00fcrokratie und dem Gesundheitssystem. Das sind die Ergebnisse, zu denen Soziologen kommen. Vertrauen ist hier der wesentliche Faktor. Nicht so sehr Gl\u00fcck oder gl\u00fccklich sein, sondern Gl\u00fcck im Sinne von sich sicher zu f\u00fchlen, dass man sich um einen k\u00fcmmert. Es ist die Wohlfahrtsgesellschaft, welche uns zu den gl\u00fccklichsten Menschen der Welt macht. <br>Gl\u00fcck im eigentlichen Sinne ist es nicht und das sehen wir, wenn wir unser Augenmerk auf den mentalen Zustand setzen. Die Selbstmordrate geh\u00f6rt hier zu den h\u00f6chsten der Welt. Es gibt eine wachsende Zahl von Menschen mit psychischen Krankheiten und das hat nichts mit Sicherheit zu tun, sondern damit, dass jemand keinen Sinn im Leben erkennt. Den Traum vom Wohlfahrtsstaat haben wir erf\u00fcllt, aber das ist ein praktischer Traum, der uns nicht den Sinn des Lebens erkl\u00e4rt. Hier haben wir ein Defizit. Wir haben das Gef\u00fchl, dass wir das nicht brauchen und auch nicht wollen (Sinn). Es ist ein Dilemma, je mehr die Gesellschaft sich um alle k\u00fcmmert, umso weniger Verantwortung \u00fcbernimmt der Einzelne und f\u00fchlt sich als Teil des Ganzen. Und das ist so, weil wir den Glauben au\u00dfen vorlassen und alles nur rational wahrnehmen. <br>Auf der anderen Seite suchen die Menschen nach dem Sinn des Lebens und es gibt heute zunehmend mehr Spiritualit\u00e4t als noch vor zehn Jahren. Da die Kirche eine gro\u00dfe Rolle in der Gesellschaft spielt, wurde sie ebenfalls sehr n\u00fcchtern und grenzte den spirituellen Teil aus. Aber genau danach suchen die Menschen heute. Viele meinen, es g\u00e4be diese nicht innerhalb der Kirche, aber es gibt sie doch.<br>Ich war eine durchschnittliche Person, irgendwie sehr normal: Gute Ausbildung, eine gro\u00dfartige Arbeit, drei sehr fordernde Kinder. Ich k\u00fcmmerte mich gew\u00f6hnlich um andere und hatte gar keine Zeit, meinen inneren Frieden zu suchen und zu finden. Es hie\u00df zun\u00e4chst, ich k\u00f6nne keine Kinder bekommen und als ich dann schwanger wurde, war ich so gl\u00fccklich. Ich w\u00fcrde nie behaupten, dass ich mein Leben meisterte. Ich war eine normale Person aber auch ausgef\u00fcllt mit viel Arbeit und ohne einen Moment des Innehaltens oder der inneren Ruhe. Es gab niemanden, der mich umsorgte, w\u00e4hrend ich mich stets um andere bem\u00fchte.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Werbekampagne der d\u00e4nischen atheistischen Gesellschaft im Jahr 2016 f\u00fchrte zu einer gro\u00dfen Anzahl von Austritten aus der (Staats-)Kirche. Wie denken Sie dar\u00fcber?<br><br>Das war eine ma\u00dflos \u00fcbertriebene Behauptung! Sie h\u00e4ngen an Gott wie kaum eine andere Gruppe, denn ohne Ihn h\u00e4tten sie nichts wogegen sie sich wenden k\u00f6nnten. Sie h\u00e4ngen an einer \u00fcberholten Vorstellung \u00fcber Gott: Einem weisen alten Mann mit Bart, der in den Wolken sitzt und \u00fcber uns regiert. Das ist aber nicht die Vorstellung, welche die meisten Gl\u00e4ubigen teilen. Die meisten glauben an eine undefinierte, allem zugrundeliegende Macht. In mancher Hinsicht ist das gut, f\u00fcr mich ist es jedoch zu schwammig.<br><br>       In Ihrem Buch schreiben Sie, der Protestantismus habe das religi\u00f6se Leben den Menschen ausgetrieben. Was meinen Sie damit?<\/p>\n\n\n\n<p><br>Die Reformation war mehr eine Initiative der weltlichen Autorit\u00e4t, nicht so sehr eine religi\u00f6se. Davor waren die Kirche und der Staat mit dem K\u00f6nig eine Einheit. Mit der Reformation kam es zu einer Aufteilung, in deren Verlauf der Mystizismus verlorenging. Auch wenn Luther ein Geistlicher war, die Reformation war nicht geistlich ausgerichtet. So wie ich es sehe, beinhaltet die Reformation nur teilweise Luthers Ideen. Das religi\u00f6se Leben wurde quasi verstaatlicht und ging verloren. Schulen wurden errichtet, Bibelstudien eingerichtet, aber die Menschen wurden mit Fragen nach dem Sinn des Lebens allein gelassen. Wir k\u00e4mpfen heute immer noch damit. D\u00e4nemark erlebte auch eine Zeit des Pietismus, aber dieser wurde immer beiseitegeschoben und erntete Spott, ebenso wie die charismatischen Bewegungen. Eine der brutalsten Methoden, Menschen auszuschlie\u00dfen ist, sich \u00fcber sie lustig zu machen. Das ist ein Werkzeug, welches die protestantische Kirche nutzte, um solche Menschen loszuwerden. Beide Bewegungen k\u00f6nnen eine Menge unkontrollierbarer Emotionen ausl\u00f6sen unter Gl\u00e4ubigen, w\u00e4hrend der Protestantismus Kontrolle aus\u00fcbt. Ich hatte eine Menge Probleme damit. <br>Im Kern unterscheiden sich der Katholizismus und der Protestantismus nicht, aber im n\u00e4chsten Schritt, dem religi\u00f6sen Leben, unterscheiden sie sich doch sehr. Ich war \u00fcberrascht, dass die protestantische Kirche in D\u00e4nemark mich aufnahm. Es war fast so als ob sie jemanden wie mich herbeigesehnt haben. Ich konnte Protestant sein und Begegnungen mit Gott und geistige Erlebnisse haben. Derzeit schreibe ich ein Buch dar\u00fcber, wie es ist, eine christliche Frau in einer modernen Gesellschaft zu sein. Ich kann das schreiben, da ich keine ausgebildete Theologin bin. F\u00fcr mich bedeutet Glaube nicht Religion, sondern zu erfahren, dass Gott mich liebt. Dies steht einer Ausbildung an einer theologischen Hochschule nicht nach. Im Protestantismus sagen wir, dass wir alle gleich sind und ein jeder ein Priester ist, aber das, was sie tun (Kirche) ist das Gegenteil. Sie sind nicht bereit anzuerkennen, dass mein Glaube genauso stark ist, wie wenn jemand eine Ausbildung genossen hat. Jemand mit theologischer Ausbildung hat das Recht mich zu korrigieren, selbst wenn der protestantische Glaube dies verneint. Ich finde, niemand hat das Recht sich in die Beziehung mit Gott einzumischen!<\/p>\n\n\n\n<p><br>Viele glauben Ihnen, dass Sie Jesus tats\u00e4chlich begegnet sind, gerade deswegen, weil Ihr Leben vorher so \u201enormal\u201c gewesen ist. Wie wirkt sich das in D\u00e4nemark aus?<\/p>\n\n\n\n<p><br>Nun, es hatte viel mehr Aufmerksamkeit erzeugt als die Werbekampagne der Atheisten. Alle gro\u00dfen Medien in D\u00e4nemark f\u00fchrten ein Interview mit mir und bezeichnen mich als ein Ph\u00e4nomen. Der Leiter der d\u00e4nischen Bibelgesellschaft meint sogar, dass ich bedeutender sei als alles, was in den vergangenen Jahren in der Kirche geschehen sei. Es war wie ein Schneeballeffekt, es war nicht ich als Person, sondern es traf einen Nerv bei vielen Leuten. Ich bin \u201anormal\u2018 und tue das was die meisten ebenfalls tun. Ich erhielt tausende Briefe von Menschen, die \u00e4hnliche Erfahrungen gemacht hatten wie ich. Das ist nicht verwunderlich: in umfangreichen Umfragen ist dokumentiert, dass f\u00fcnfzig bis f\u00fcnfundsiebzig Prozent von uns geistige Erfahrungen machen, wir reden nur nicht dar\u00fcber. Die BBC im Zusammenwirken mit der Universit\u00e4t von Wales dokumentierte, dass sechsundsiebzig Prozent der Befragten Erfahrungen gemacht haben, die \u00fcber die rationale Wirklichkeit hinausgehen. Das Forum des amerikanischen Pew Forschungszentrums f\u00fcr Religion und \u00f6ffentliches Leben fand 2009 heraus, dass fast jeder zweite Amerikaner \u00fcbernat\u00fcrliche Erfahrungen gemacht hat. Nicht alle von Ihnen werden zu Christen oder tun, was ich tue, sondern leben ihr Leben weiter. Ich denke, mein Erlebnis und dessen Ver\u00f6ffentlichung hatte einen gro\u00dfen Einfluss.<br><br>Etwas, das einen gro\u00dfen Unterschied macht oder herausragend scheint, ist Ihr sehr offenes Bekenntnis der Gef\u00fchle, die Sie nach der Begegnung mit Jesus erlebt haben. Sie erw\u00e4hnen, dass Sie liebeskrank wurden. Wie geht es Ihnen heute, haben Sie sich erholt?<br><br>Mir ist schon klar, dass meine ehrliche Art au\u00dfergew\u00f6hnlich ist. Ich habe nicht dar\u00fcber nachgedacht als ich das Buch schrieb. Ich bin Journalistin, ich kann mir nicht Dinge ausdenken, sondern kann nur schreiben was passiert ist und das habe ich getan. Was mit meinem K\u00f6rper und meinen Emotionen geschah, war schwierig zu verarbeiten, aber mir war bewusst, dass ich nicht etwas schreiben k\u00f6nnte, ohne dass es mir widerfahren ist. Ich konnte nicht unehrlich sein. Mir haben so viele Menschen geschrieben, dass sie es nicht wagten, auszudr\u00fccken was sie erlebt haben. Ich wollte ehrlich sein, denn dies gebietet die journalistische Ethik. Ich wollte etwas schreiben, das \u00fcberpr\u00fcfbar sein sollte, mit Ausnahme der Treffen mit Jesus nat\u00fcrlich. Dies ist sehr wichtig, um eine ernsthafte Unterhaltung zu f\u00fchren. Ich hatte eine Menge Gef\u00fchle aber auch negative Reaktionen. Die Liebeskrankheit ist eine physische und eine emotionale Reaktion. Es ist schwer zu erkl\u00e4ren, es f\u00fchlt sich an wie geliebt zu werden, gleichzeitig ist es tausendmal st\u00e4rker. Dies war in keiner Weise vergleichbar mit einer gew\u00f6hnlichen Liebesgeschichte. Es war f\u00fcr mich der einzige Weg, diese unglaublich starken Gef\u00fchle sprachlich wiederzugeben. Wenn jemand sehr gl\u00fccklich aussieht, dann meint das Umfeld \u201aoh, du siehst so verliebt aus\u2018. Es ist der st\u00e4rkste Ausdruck der Liebe, den wir kennen. <br><br>Ich habe das in meinem Buch versucht zu beschreiben, also wie meine Sehnsucht beschaffen war. Es war mehr als ein Gef\u00fchl, geliebt zu werden. Das ist eine wichtige Erg\u00e4nzung. Auch haben wir keine Worte, um diese Gef\u00fchle zu erkl\u00e4ren. Ich versuchte dies, indem ich beschrieb, was mit meinem K\u00f6rper passierte. Und das war wirklich schwierig. Ich liebe meinen Ehemann und werde ihn immer lieben. Aber in was war ich hier verliebt? Warum verlor ich deswegen so viel an Gewicht? Ich f\u00fchlte mich angespannt, gleichzeitig so lebendig und beschwingt. Nach dem zweiten Treffen mit Jesus beruhigte ich mich. Ich f\u00fchlte mich mehr und mehr normal und ausgeglichen und nahm nicht weiter ab. Kurz bevor mein erstes Buch herauskam, starb mein Sohn, worauf mein K\u00f6rper ja dann auch reagiert hat.<br><br>Ich schreibe \u00fcber den Kundalini Prozess oder das Kundalini Erwachen, das einem festgelegten Muster folgt und wo ich mein Erlebnis beschrieben sehe. Zu der Zeit brauchte ich Hilfe. Ich hatte nie von starken, physischen Reaktionen auf spirituelle Begegnungen geh\u00f6rt, aber ich forschte viel \u00fcber meine k\u00f6rperlichen Reaktionen und fand schlie\u00dflich eine Menge dar\u00fcber in der Kundalini-Erweckung. Ich durchsuchte christliche Schriften, um etwas \u00fcber k\u00f6rperliche Erfahrungen zu finden, weil es mir passierte nachdem ich Jesus begegnet bin und das Licht von Gott empfangen hatte, aber ich konnte nichts finden. Ich verlor zwanzig Kilo, ich zitterte, meine Haut war empfindlich, ich sah Auren und Licht strahlte aus meinen Fingern. Als ich endlich auf Theresa von  Avila stie\u00df, war ich so erleichtert. Es gibt praktisch keine protestantischen Schriften au\u00dfer meiner, aber ich glaube nicht, dass Protestanten die einzigen Menschen sein k\u00f6nnen, die keine k\u00f6rperlichen Erfahrungen gemacht haben. Sie kommen in allen Religionen vor und werden oft in der Bibel erw\u00e4hnt. <br><br>Dieses Erleben kann auch ohne bewusste Konzentration erfolgen, fast so wie eine Explosion im K\u00f6rper. Als ich dar\u00fcber las, erkannte ich all die Symptome und Reaktionen wieder, die ich erlebt hatte. Meiner Meinung nach beginnen Religionen mit einer geistigen Erfahrung ihrer jeweiligen Gr\u00fcnder. Als mir das passierte, war mir nicht klar was am n\u00e4chsten Tag geschehen w\u00fcrde. Ich wusste nicht, ob und wann das Erlebnis sich wiederholen w\u00fcrde und ich ohnm\u00e4chtig werden w\u00fcrde, deswegen fuhr ich kein Auto mehr. Andere Menschen machten auch diese Erfahrung und lebten weiter wie bisher. Die Leute sind manchmal hart zu mir, da sie sich nicht in meine Situation hineinversetzen k\u00f6nnen. Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem sehr angespannten emotionalen Zustand und erkennen, dass es jemanden gibt, der das gleiche Erlebnis hatte. \u201aKundalini\u2018 beschreibt meine Erfahrung, davon gehe ich aus. Ein Licht, das von oben kam und in meine Stirn eindrang und sich entlang meiner Wirbels\u00e4ule fortsetzte, bis es mein Stei\u00dfbein erreichte und mich verlie\u00df als ich ohnm\u00e4chtig wurde. Diese Energie kam aus dem Himmel, von Gott, das ist der umgekehrte Weg des Kundalini Ph\u00e4nomens (von innen nach au\u00dfen). So wie ich es verstehe, sah Gott etwas in mir und rief es in mir wach. Verstehen Sie? Wir sind nach dem Ebenbild Gottes geschaffen (Genesis), deswegen kann Gott dies mit uns tun, uns erwecken. Das alles geschah im Dezember 2009, w\u00e4hrend einer Zeit, als ich auf dem Land lebte. <br><br>Welche Bedeutung haben die an Sie gerichteten Worte von Jesus: \u201eIch verlasse mich auf dich!\u201c? <\/p>\n\n\n\n<p><br>Er beantwortete meine Frage, was ich denn nun tun solle nicht, sondern appellierte an meine eigene Verantwortung. Das ist so evangelisch, wir haben Kopf, Arme, Beine und er m\u00f6chte, dass wir handeln, aber es ist unsere Verantwortung. Er bringt uns zum Nachdenken. Er wird uns nicht befehlen, keinen Stein zu werfen (Johannes 8:7). <br>In meinem Fall musste ich zun\u00e4chst dar\u00fcber nachsinnen, wer ich bin und was ich tun kann. Das Einzige was ich kann, ist Journalismus. Darum habe ich ein Buch geschrieben. Zun\u00e4chst gab es aber niemanden, der es drucken wollte. Alle gro\u00dfen Verlagsh\u00e4user lehnten ab. Am Ende war es ein kleiner (politisch) linker Verlag aus meiner elit\u00e4ren geistigen Umgebung, in der ich aufgewachsen bin, der es ver\u00f6ffentlichte und es wurde ein Bestseller. Danach standen die gro\u00dfen Verlagsh\u00e4user Schlange mit der Hoffnung, mein n\u00e4chstes Buch zu drucken. <br>Theologisch ist diese Frage sehr wichtig. Es reicht nicht, die Bibel von vorne bis hinten zu kennen, sondern zu verstehen, wer man selbst ist. Es braucht Ernsthaftigkeit und Mut, anzuerkennen dass Jesus existiert, sich nicht daf\u00fcr zu sch\u00e4men oder es zu verheimlichen. Es gibt immer noch so viele Menschen, die es peinlich finden, \u00fcber den Glauben zu reden. Es ist wahrscheinlich in Deutschland \u00e4hnlich, aber diese Einstellung ist in den nordischen L\u00e4ndern sehr weit verbreitet. Es scheint so, als ob es Menschen leichter f\u00e4llt, sich zum Buddhismus oder den nordischen Gottheiten zu bekennen. Wenn man eine Religion w\u00e4hlt, die sehr anders ist als die eigene Kultur, dann ist es so, als w\u00fcrde man eine fremde neue Welt betreten. Man kann dann seine Religion zu etwas machen, das nichts mit dem Alltag zu tun hat. Etwa so wie Kirchg\u00e4nger, die nur im Gottesdienst religi\u00f6s sind, aber nicht im Alltag. Man mag den Buddhismus w\u00e4hlen, weil man sich ein ruhiges Leben w\u00fcnscht. Als Christ bekommt man dies nicht geboten. Man erh\u00e4lt kein leichteres Leben dadurch, dass man Christ wird. Es ist schwieriger als keinen Glauben zu haben. <\/p>\n\n\n\n<p><br>Wenn Sie ihr Leben vor und nach Ihrer Erfahrung miteinander vergleichen, wie ist das f\u00fcr Sie?<br><br>Ich kann das nicht tun, weil mein Sohn starb als das erste Buch ver\u00f6ffentlicht wurde. Wenn Sie fragen, wie mein Leben ab der Erscheinung bis zur Ver\u00f6ffentlichung des Buches war, dann w\u00fcrde ich sagen, mein Leben spielte sich zwischen gro\u00dfem Gl\u00fccksgef\u00fchl und Spannungen ab. Ich kann nicht sagen, dass mein Leben fr\u00fcher in einer Skala bei f\u00fcnf war und jetzt bei zehn, denn so ist es nicht. Nachdem mein Sohn starb, war mein Gef\u00fchlsleben starken Schwankungen unterworfen. Auf der einen Seite das Erlebnis mit Jesus, auf der andern die Trauer um meinen Sohn. Vorher f\u00fchrte ich ein anonymes und jetzt ein sehr \u00f6ffentliches Leben. Es gab so viele Ver\u00e4nderungen und ich glaube, es ist nicht entscheidend, welches Leben besser war, da es irrelevant ist ob ich gl\u00fccklich bin oder nicht, denn ich kann meinen Sohn nicht zur\u00fcckbekommen. Nat\u00fcrlich kann ich niemals vollkommen gl\u00fccklich sein, ich werde immer weinen. Heute wei\u00df ich allerdings mehr \u00fcber das Leben. <br><br>Was sagen Sie zu Menschen, die auch ihr Kind verloren haben und Gott daf\u00fcr anklagen, dass Er es zugelassen hat?<br><br>Wenn Leute so reagieren, verstehe ich nicht wirklich, dass sie an Gott glauben. Warum sollte Gott so etwas tun? Er hat uns alle erschaffen und k\u00fcmmert sich um uns. Wir t\u00f6ten uns selbst oder t\u00f6ten andere. Ich denke, es ist eine unchristliche Art, Gott daf\u00fcr verantwortlich zu machen. Gott ist immer da, aber in diesem Bewusstsein zu leben, ist eine Wahl, die wir zu treffen haben. Man muss auch lernen, mit offenen Fragen zu leben. In dem Moment, in dem man meint, die Antworten zu kennen, wird man zu Gott, aber wir sind nicht Gott, wir sind seine Kinder. Leute sagten zu mir ich h\u00e4tte so gro\u00dfes Gl\u00fcck, dass mein Sohn gestorben ist, erst nachdem ich Jesus getroffen habe. Ich erwiderte ihnen dann \u201aWei\u00dft du was du da sagst? Das w\u00fcrde bedeuten, er starb meinetwegen\u2018. Menschen sind verzweifelt und versuchen, eine sinnvolle Erkl\u00e4rung zu finden. <br><br>Welchen Rat w\u00fcrden Sie einem \u201adurchschnittlichen\u2018 Menschen geben, der solche Erfahrungen nie gemacht hat, aber dessen Interesse durch das Lesen Ihres Buches geweckt wird?<br><br>Ich w\u00fcrde ihm raten, innerhalb der Familie und mit Freunden dar\u00fcber zu sprechen. Es gibt Leute, die mir sagen, dass sie in ihrer Familie nicht \u00fcber den Glauben reden k\u00f6nnen. Ich meine, wenn das nicht m\u00f6glich sein soll, dann frage ich mich in was f\u00fcr einer Art Beziehung man da lebt und ob man diese dann nicht auch \u00fcberdenken sollte.<br>Es ist auch sehr wichtig, mit einem Priester zu sprechen, auch wenn man kein Christ ist. Es ist notwendig, diese Erfahrungen nicht als das eigene private Gl\u00fcck zu begreifen, sondern als etwas, das Teil der Menschheit ist und schon immer war. Priester wissen das und k\u00f6nnen ihre Erfahrungen in einen Kontext stellen und darauf aufmerksam machen, nicht nur in Erinnerungen zu schwelgen, sondern Gutes daraus zu gewinnen und es zu vermehren.<br><br>Vielen Dank f\u00fcr das interessante Gespr\u00e4ch!<br><br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war nicht die Geschichte einer \u00fcbernat\u00fcrlichen Begegnung mit dem G\u00f6ttlichen, das unsere Redaktion bewog, ein Interview mit Charlotte R\u00f6rth zu f\u00fchren, sondern die Tatsache, dass ganz D\u00e4nemark von ihr spricht. Charlotte ist Journalistin und war Agnostikerin. 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