Stille Helden von Heute

Die Beispiele wie aus persönlichen Schicksalsschlägen Impulse für Projekte einer besseren Welt werden sind vielfältig aber nicht immer so bekannt wie das Beispiel von Astrid Lindgren. Während einer Pressereise zu der Gustaf Gustafsson der damalige Leiter der Tourismusentwicklung der Westfjorde eingeladen hatte wurde ich aufmerksam auf Vilborg Arnardóttir. Es war nicht die Tatsache, dass sie jahrelang ihre Freizeit opferte um einen Spielplatz für Kinder in Sudavik zu errichten, der auf einem Gelände entstand auf dem 1995 vierzehn Menschen durch eine Schneelawine ihr Leben verloren, oder dass sie drei Tonnen Gebäck (Kleinur) backte und durch deren Verkauf das Projekt finanzierte, es war etwas weitaus tiefer liegendes was mich zutiefst bewegte. Zugegeben ihr Einsatz war schon außergewöhnlich. Einen Tag nach dem ersten Kennenlernen erfuhr ich den Hintergrund und die Motivation für ihr Handeln: Bereits mit 24 Jahren verlor sie ihren Mann durch eine Schneelawine und ihren siebzehn jährigen Sohn, Jahre später, durch einen Autounfall. Situationen in denen viele wohl verzweifelt und bitter geworden wären, beschloss sie etwas Positives für die Menschen zu tun. „Angesichts der Tatsache, dass Leute ihre gesamte Familie verloren haben, kann ich nicht klagen wenn es anderen schlechter geht als mir“ sagte mir Vilborg. Ich bin der Meinung, dass Menschen mit dieser Einstellung und Lebensweise zu den wahren Stars unserer Gesellschaft gehören. Tief beeindruckt von der menschlichen Größe Vilborgs am nordwestlichen Ende Europas, danke ich einen solchen Menschen getroffen zu haben.

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