Wildnis pur, wörtlich genommen

m Norden Schwedens liegt das Gehöft Solberget mitten in der Wildnis der Provinz Norbotten, sozusagen dort, wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen.
„Wildtiere sieht man trotzdem kaum, es sei denn man sucht gezielt nach ihnen“, erklärt mir Dirk Hagenbuch. Er besuchte den Bauernhof zuerst Anfang der 1990er Jahre und kam immer wieder, bis er den Hof schließlich übernahm. Auch seine Frau Silke lernte er hier kennen, beide sind aus Deutschland. Das Paar mit mittlerweile drei Kindern, lebt und arbeitet hier. Wem die in einer Serie verfilmten Geschichten von Laura Ingals Wilder über „Unsere kleine Farm“ in den Sinn kommen, dann ist das nicht verwunderlich.
Touristen aus dem deutschsprachigen Raum kommen gerne hierher. Jede Jahreszeit bietet etwas Besonderes. Ablenkung durch das Internet findet auch seine Grenzen, denn Strom gibt es nur bei Sonnenschein. Fließendes Wasser wird direkt aus einer Quelle bezogen. Feuerholz im Ofen sorgt für wohlige Wärme, gekocht wird aber mit Gas. Die Sauna ersetzt das Badezimmer, denn alle waschen sich da. Bei der Ankunft werden die Gäste gefragt, ob sie gern beim Anheizen der Sauna helfen möchten. Sie erhalten dafür selbstverständlich eine Einweisung.
Die Hagenbuchs bieten drei unterschiedliche Unterkünfte an. Im Gästehaus stehen die meisten Zimmer bereit und dort ist auch die große Gemeinschaftsküche, in der gespeist wird. Außerdem steht ein Blockhaus zur Verfügung, welches sich für kleinere Gruppen anbietet, die unter sich bleiben möchten. Für zwei bis vier Personen gibt es auch noch im sogenannten Bauwagen Platz.
Einmal am Tag wird den Gästen eine warme Mahlzeit in der großen Gemeinschaftsküche des Gästehauses serviert. Einkaufen gehen braucht man nicht, es ist alles vor Ort vorhanden und wird von den Gästen mitgebucht. Die landestypischen Speisen wie Rentier-, Elch und Fischgerichte, werden mit Kräutern, Beeren und Pilzen der jeweiligen Jahreszeit verfeinert. Für Vegetarier ist ebenfalls gesorgt. Zum Wohlbefinden und Genuss gehören weitere lokale Zutaten, soweit sie in diesen nördlichen Breiten zu bekommen sind.
Auf Nachhaltigkeit wird Wert gelegt. Es gibt sogar Rabatte für die Anreise mit der Bahn. Gute Verbindungen sind schon ab Berlin und Hamburg möglich. Der nächstgelegene Bahnhof ist Nattavaara, von dem die Gäste, die sich angemeldet haben, abgeholt werden. Alternativ kann man mit dem Flugzeug oder mit dem eigenen Auto anreisen.
Gäste jeden Alters, angefangen vom Kleinkind mit seinen Eltern, Gruppen oder allein Reisende, bis hin zu rüstigen Senioren kommen gerne hierher, um das Leben auf dem Land zu genießen. Das Freizeitangebot im Winter umfasst unter anderem Schneeschuhwandern, Ausflüge mit Rentier- oder Schlittenhunden oder im Schneemobil, die ein externer Anbieter organisiert. Wer möchte kann einen Iglu bauen. Im Sommer bieten sich vor allem Wanderungen in der herrlichen Natur an, auch zusammen mit Rentieren als Begleitung.
Auch in der Weihnachtszeit sowie über Silvester und Neujahr sind Gäste willkommen, jedoch sind die Unterkünfte vor allem zum Jahreswechsel schon auf Jahre hinaus ausgebucht, erklärt Dirk.
Erholsame oder spannende Erlebnisse in der unberührten Natur des schwedischen Lapplands bleiben rund um diesen Hof auf jeden Fall lange in Erinnerung.

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